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Reduzierte Anforderungen und Innovationen in Normen

für Flockgeräte (EN 50050-3 / EN 50223)

 

Aufgrund von neuen Erkenntnissen, vergleichenden Betrachtungen und Betriebserfahrungen konnten in den Normen für Geräte zur Beflockung Anforderungen reduziert und Innovationen eingeführt werden. Handgeführte Flockgeräte nach EN 50050-3:2013 [1] und stationäre Flockanlagen nach EN 50223:2015 [2] wurden im Rahmen der turnusmäßigen Überarbeitung und Anpassung an die Anforderungen der Richtlinie 94/9/EG [3] (ATEX-Richtlinie, EN 50050-3:2013, EN 50223:2015) und der Richtlinie 2006/42/EG [4] (Maschinenrichtlinie, EN 50223:2015) unter Aufrechterhaltung des bewährten Sicherheitsniveaus maßgeblich geändert.

Die deutlichsten Änderungen sind direkt im Anwendungsbereich der Normen ersichtlich. Flockgeräte gelten ausschließlich als Geräte der Kategorie 3D zur Verwendung in von ihnen selbst erzeugten explosionsgefährdeten Bereichen der Zone 22. Da die entsprechenden Bedingungen nicht vorliegen, konnten Anforderungen für den Gasexplosionsschutz, für hybride Gemische und somit für Geräte der Kategorie 2G ersatzlos gestrichen werden. Der Wegfall dieser Anforderungen durchzieht alle Abschnitte der Normen und bedingt auch eine Neuordnung der Typen von Flockgeräten sowie Anpassung der Anforderungen an Flockkabinen.

Innovationen flossen insbesondere in die Abschnitte der Mess- und Regelkreise, der Sicherheitsanforderungen und des Zündschutzes ein. Neben der bewährten Konstruktion durch geeignete Bauteile wurde die Möglichkeit der sicherheitstechnischen Realisierung mittels Sicherheits-Integritätslevel (SIL) und Performance-Levels (PL) geschaffen. Im Bereich des Zündschutzes wurde die Größe der Entladeenergie um die Größe der maximalen übertragenen Ladung erweitert. Diese Größe bietet die einfache Möglichkeit den Zündschutz an leitfähigen, ableitfähigen oder isolierenden nicht metallischen Bauteilen zu überprüfen. Abschließend wurden zur gleichartigen und sicheren Anwendung der Normen normative Anhänge eingeführt und bestehende angepasst. Durch die Umsetzung der Innovationen und reduzierten Anforderungen in Geräten zur Beflockung sind massive Kosteneinsparungen und ein einfacherer Marktzugang bei Aufrechterhaltung des bewährten Sicherheitsniveaus möglich. Auch mit Blick auf die ab dem 20.04.2016 geltende neue ATEX-Richtlinie 2014/34/EU [5] behalten die Normen EN 50050-3:2013 und EN 50223:2015 ihre Gültigkeit und bieten somit weitestgehende Planungssicherheit.

 

Informationen zum Vortragenden, Hr. Dieter Möckel:

 

Dipl.- Ing. Dieter Möckel studierte an der Märkischen Fachhochschule die Fachrichtung Physikalische Technik. Er war zunächst bei der PTB im Bereich der „Analytischen Messtechnik“ und dem gesetzlichen Messwesen tätig. 2000 ist er in den Bereich Explosionsschutz und Elektrostatik gewechselt. Er befasst sich mit Forschung, Baumusterprüfung, Gerätenormung, Prüfverfahren und der Fertigungsüberwachung elektrostatischer Geräte. Herr Möckel ist Obmann des DKE Gremium K 239 und deutscher Sprecher dieses Gremiums sowie Mitglied im CENELEC SC 31-8 und weiteren einschlägigen Gremien.